BAUEN & MODERNISIEREN (Altbau-Modernisierung)
Schweizer Messe für Neubau, Umbau, Renovation, schöner Wohnen mehr...
Windturbinen im Wald? Das scheint in der Schweiz undenkbar. Das Berner Kantonsparlament verlangt nun eine Standesinitiative. Mit ihr soll die Berner Regierung Druck beim Bund machen.
Dass sich die Berner Regierung nicht für zuständig hält, nützt ihr nichts. Mit einer Motion wird sie jetzt vom Kantonsparlament beauftragt, sich beim Bund mittels einer Standesinitiative für Windenergieanlagen im Wald einzusetzen. Initiant des Vorstosses ist Nationalrat Erich von Siebenthal (svp), Präsident der Berner Waldbesitzer (BWB). Er setzt sich seit langem für die erleichterte Windenergienutzung im Wald ein. Bereits im Sommer 2011 hatte er bemängelt, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für Windparks im Wald so umständlich seien, dass der Bau einer Anlage «in der Praxis nicht möglich» sei.
Seit einiger Zeit monieren die Waldbesitzer, dass man sie nicht an der Energiewende partizipieren lasse. Die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) verbessert zwar die Wirtschaftlichkeit von alternativen Energiequellen wie Photovoltaik oder Windkraft. Doch durch das Forstgesetz, welches Rodungen verbietet, sehen sich die Waldeigentümer eingeschränkt. Denn für den Bau einer Windturbine im Wald muss eine – wenn auch kleine – Fläche gerodet werden. Im Prinzip ist das kein Hindernis: Der Kanton Graubünden bewilligte die Rodung für eine Windenergieanlage im Wald. Doch der vielgerühmte Schweizer Föderalismus kompliziert die Rechtslage: Die Verfahren unterscheiden sich je nach Kanton, Gesuche werden oft nur zögerlich behandelt und die rechtlichen Leitplanken in Form von (Bundes-) Gerichtsentscheiden fehlen zum grössten Teil.
Mit der Motion will das Berner Parlament jetzt nicht nur Druck machen, sondern auch ein Zeichen setzen. Der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus (svp) zeigte dafür zwar Verständnis, hielt aber fest, das Thema müsse auf Bundesebene diskutiert werden. Ob diese Diskussion durch den Berner Vorstoss nun eher geführt wird, bleibt abzuwarten.
Ihr Kommentar zu diesem Artikel
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login