Südwest Messe
Ausstellung für Industrie, Handel, Handwerk, Hauswirtschaft und Landwirtschaft mehr...
Vom 28. April bis zum 1. Mai 2012 finden in Bern die Schweizer Schreiner-Meisterschaften statt. Rund 900 Schreinerlernende des dritten und vierten Lehrjahres traten im Herbst 2011 schweizweit zu den Sektionsmeisterschaften an. 40 davon auch in der Sektion Thurgau/Schaffhausen. Ein halbes Jahr später sind gerade einmal noch 90 davon im Rennen um den Schweizermeistertitel – darunter sechs ambitionierte Thurgauer, die zu den Mitfavoriten gehören. Am Samstag, 14. April 2012 legten sie in Weinfelden einen Trainingstag ein, an dem sie sich den letzten Feinschliff holten.
Gut zwei Wochen vor dem Showdown in der Bundeshauptstadt traf sich der talentierte Berufsnachwuchs am Samstag im Gewerblichen Berufsbildungszentrum Weinfelden (GBW), wo es in der Schreinerwerkstatt für die überbetrieblichen Kurse bei sehr knapp bemessener Zeit ein Bogenfries aus Eschenholz herzustellen galt. Mit einer sehr ähnlichen Aufgabe werden sich die sechs Thurgauer, die bei der Schweizer Schreinermeisterschaft noch im Rennen sind - Christof Nater, Silvio Hollenstein, Alon Plattner, Luca Zingg, Etienne Monhart und David Stillhard - auch in Bern auseinander zu setzen haben. Es galt also, die Schwierigkeiten perfekt zu meistern und sich Wissen anzueignen, das man dann im nationalen Finale gewinnbringend einsetzen kann. Denn die besten drei an den Schweizer Schreiner Meisterschaften qualifizieren sich für die neunköpfige Schreiner-Nationalmannschaft, aus der dann – in weiteren Qualifikationsrunden – jene zwei Schreiner herauskristallisieren werden, welche die Schweizer Farben an den Berufsweltmeisterschaften 2013 in Leipzig, den «World Skills», vertreten werden.
Komplizierte Verbindungen
Roland Küttel, der nicht nur am GBW mit vier weiteren Ausbildnern die überbetrieblichen Kurse für die Schreinerlernenden leitet, sondern auch Ende April nun bereits zum dritten Mal die Thurgauer Schreiner am nationalen Championat betreuen wird, weiss, worauf es bei der «Bogenfries»-Aufgabe ankommt. «Hier sind Massgenauigkeit, Sauberkeit der Oberflächen, aber auch die Passgenauigkeit der Verbindungen ganz besonders gefragt», erklärt Küttel. Speziell die Zapfen- und Zinkenverbindungen, aber auch die sauberen Rundungen machten dem einen oder anderen an diesem Samstag mehr zu schaffen machen, als ihm lieb war. Zumal die Zeit bewusst knapp bemessen war, denn «die Jungen müssen lernen, auch unter Wettkampfbedingungen exakt zu planen und effizient zu arbeiten», so Küttel. Dies nicht zuletzt deshalb, weil man die Werkstücke ab und zu verleimen muss. Und während das Stück dann gut eine halbe Stunde vor sich hin trocknet, sollte man schon ganz genau wissen, wie man diese Zeit anderweitig sinnvoll nutzt.
Nach dem Wettkampf, der, von 8 bis 16 Uhr dauerte, wurde eine interne Bewertung der Arbeiten vorgenommen, wobei die ersten drei Plätze – in dieser Reihenfolge – von Alon Plattner (Schreinerei Fehlmann AG, Müllheim), Christof Nater (Urs Müller, Wigoltingen) und Luca Zingg (Meier Schreinerei AG, Weinfelden) belegt wurden. Generell zeigte sich Roland Küttel mit den erreichten Resultaten zufrieden: «Die sechs Lernenden haben eindrücklich ihr fachliches Können und ihren Willen bewiesen, am Wettkampf in Bern wird aber noch mehr von Ihnen abverlangt», erklärte der Fachmann am Ende eines langen Trainingstages.
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