BAUEN & MODERNISIEREN (Altbau-Modernisierung)
Schweizer Messe für Neubau, Umbau, Renovation, schöner Wohnen mehr...
Die Holzfaserdämmplattenherstellerin Pavatex wird in Golbey in Frankreich ihr drittes Werk bauen. Sie wird dazu Investitionen von rund 60 Millionen Euro tätigen. Die beiden Schweizer Standorte Cham und Freiburg sind vom Vorhaben nicht tangiert, es ist kein Arbeitsplatzabbau wegen des Neubaus vorgesehen.
Der Entscheid, in Frankreich zu bauen, fiel nicht wegen des Eurokurses. «Die dortigen Behörden haben uns sehr attraktive Angebote gemacht, denn da entsteht ein Green-Valley-Cluster aus dem Holzbereich», führte Martin Brettenthaler, CEO der Pavatex, aus. Brettenthaler betont, dass es kurzfristig gedacht sei, wenn man wegen des Wechselkurses die Produktion ins Ausland verlagere. «In zehn Jahren erinnert sich niemand mehr an den starken Franken, der Standort bleibt aber», gibt er zu bedenken.
Neuartiges Verfahren
Mit der benachbarten Papierfabrik Norske Skog, der modernsten und grössten europäischen Fabrik für Zeitungspapier, ergeben sich bezüglich des Holzeinkaufs und der Logistik Synergien. Brettenthaler erinnerte daran, dass in Freiburg und in Cham in den letzten Jahren bereits zahlreiche Investitionen getätigt wurden. In Golbey werden 50 neue Arbeitsplätze geschaffen. Geplant ist, dass in einer weiteren Etappe weitere 50 Arbeitsplätze dazu kommen werden. Es wird eine Jahresproduktion von 50 000 Tonnen angestrebt. In einem wirtschaftlich schwierigem Umfeld gelang es der Pavatex, insgesamt 90 Millionen Franken zu organisieren, von denen 60 Millionen in den Neubau in Frankreich fliessen werden.
Die Anlage für den Neubau liefert der deutsche Industrieausrüster Siempelkamp. Die beiden Firmen sind seit 80 Jahren Partner. Ihnen gelingt es, ein im Trockenverfahren eingesetzte Bindemittel weiterzuentwickeln. Dieses in der Branche neuartige System bringt einige Vorteile, es reduziert etwa den Anteil von Isocyanatharzen, den Bindemitteleinsatz sowie chemische Inhaltsstoffe bel gleichzeitig besseren Produkteeigenschaften. Die beiden Komponenten reagieren zum absolut unbedenklichen Endprodukt Poharnstoff. So werden die strengen Natureplus-Kriterien erfüllt. Die Anlage soll so energieeffizient und umweltfreundlich wie möglich sein. Der grösste Teil der Energie soll aus erneuerbaren Ressourcen bezogen werden. Produziert werden in Golbey neue Dämmstoffe.
Die Pavatex hatte schon längere Zeit den Bau eines neuen Werkes erwogen. Das Unternehmen hatte bereits in der Schweiz Synergien mit nutzen wollen, und zwar mit dem Werk von Mayr Melnhof Swiss Timber in Domat/Ems. Damals hatte sie allerdings ein Grundstück der Ems Chemie nicht kaufen können, weshalb sich die Pläne zerschlugen. Das bezeichnet Brettenthaler heute als Glück.
Investitionen auch in Cham
Pavatex hatte vorgängig die Produktionsanlagen in Cham um neue, hochmoderne Produktionslinien erweitert. Sie erhöhen die Produktionskapazität von 39 000 Tonnen pro Jahr auf 43 000 Tonnen pro Jahr.
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