Technik & Transport

07.09.2010 Susanna Vanek

Lagerbewirtschaftung der Stucky Holzprofilleisten AG

Nach einer Züglete von Uster nach Urdorf hat die Stucky Holzprofilleisten AG ihre Lagerbewirtschaftung umgestellt. Ein gezielter EDV-Einsatz sowie das Verwenden von Handscannern haben sich nach Ansicht der Verantwortlichen bewährt.

Die Fehlerquote wurde massiv gesenkt

Lagerbewirtschaftung der Stucky Holzprofilleisten AG
Bild: Susanna Vanek
Christoph Fleischli mit dem Handscanner.

Nach einer Züglete von Uster nach Urdorf hat die Stucky Holzprofilleisten AG ihre Lagerbewirtschaftung umgestellt. Ein gezielter EDV-Einsatz sowie das Verwenden von Handscannern haben sich nach Ansicht der Verantwortlichen bewährt.

Von 170 auf sieben – bei der Stucky Holzprofilleisten AG kommt es heute praktisch nicht mehr vor, dass falsche Artikel gerüstet werden. 170 Fehler pro Jahr notierte das Unternehmen vor dem Umzug an den neuen Firmenstandort in Urdorf, nur noch sieben sind es seither. Dabei liefert es 26 000 Aufträge jährlich aus. «Unsere Fehlerquote ist sehr niedrig», sagt denn auch Christoph Fleischli, Leiter Marketing und Verkauf. 750 Palettenplätze à 4 Meter bietet das neue Lager, lieferbar sind 4000 Artikel, ab Lager 1600. Gerüstet wird bei der Stucky Holzprofilleisten AG immer noch von Hand. «Das geht am schnellsten», erläutert Fleischli, «es dauert im Schnitt 6 Minuten.» Die Schnelligkeit ist wichtig, weil die Stucky Holzprofilleisten AG 40 bis 60 Laufkunden pro Tag hat. Anders als früher dürfen die Kunden am neuen Standort nicht mehr ins Lager, sondern werden an einem Point of Sale empfangen, an dem sie sich auch erfrischen können – 15 000 Getränke werden hier im Laufe eines Jahres zum Selbstkostenpreis von einem Franken konsumiert, so Fleischli. Auch 120 Kilogramm Sugus, die gratis aufliegen, werden vertilgt. Die Büros von praktisch allen Mitarbeitenden befinden sich offen hinter dem Point of Sale. Die Geschäftsleitung hätte zwar auch noch ein Büro im oberen Stockwerk, zieht es aber vor, unten zu arbeiten. «Wir alle schätzen es, zu spüren, was läuft, was mit unserer Kundschaft los ist», erläutert Fleischli, um lachend hinzufügen: «Wir sprechen von einem Grossraumbüro, was etwas übertrieben ist.»

Links und rechts
Alle Arbeitsplätze in der Administration sind mit zwei Bildschirmen ausgerüstet. So können die Mitarbeitenden auf dem einen Schirm die Aufträge und Offerten verarbeiten und sind jederzeit im Bilde, welches bestellte Produkt bereits gerüstet ist und welches nicht. Möglich machen das die Handscanner, mit denen die Mitarbeitenden der Logistik festhalten, welches Produkt sie von den Regalen genommen haben. Auf dem zweiten Bildschirm laufen sämtliche Informationen zusammen. Die Telefonie, das interne Stucky-Net, Outlook und weitere nützliche Tools. Das Unternehmen arbeitet, wo immer möglich, papierlos.

Nicht ohne den EDV-Chef
Auch wenn bei Stucky von Hand gerüstet wird, ist die EDV doch zentral. «Viele Stationen sind miteinander vernetzt, alle mit den Handscannern verbunden – die EDV ist bei uns das A und O», so Fleischli, «und muss zwingend 365 Tage ohne Unterbruch laufen.» Daher leiste sich sein Unternehmen den «Luxus›» eines EDV-Leiters, er heisst Klaus Steybe. Die EDV ermöglicht es auch, dass exakt ein Tag nach der Auslieferung automatisch abgerechnet wird. Auch der Transporteur – seit über 20 Jahren die Firma Planzer – erhält die Lieferdaten elektronisch und kann diese direkt ins System einlesen. Kleinmaterial wird mit Röhren verschickt, die innerhalb Wochenfrist wieder zurückgebracht werden. Die Rohre werden ebenfalls im Handscanner erfasst, so kann jederzeit festgestellt werden, wo sie sich befinden. «Ein gutes System», lobt Fleischli, «denn diese Röhren sind beinahe unzerstörbar und ferner ein ökologischer Beitrag, da wir so kaum Verpackungsmaterial brauchen.»

Neben der ausgeklügelten Lagerlogistik war der Firmenleitung beim Neubau noch etwas wichtig: die Mitarbeiterzufriedenheit. So gibt es Garderoben und Duschen für diejenigen Angestellten, die über Mittag Sport treiben wollen. In einem gemütlichen Aufenthaltsraum können die Mitarbeitenden ausspannen, einmal pro Woche wird dort gekocht. Zudem hat die Firma ein unkonventionelles Belohnungssystem eingeführt. Wenn ein Mitarbeitender einen anderen lobt, dann darf er für sich einen kleinen Ball in einen Behälter legen. Tischtennis- Tische vervollständigen das Angebot. Fleischli erläutert, dass es das Ziel der Firma sei, die Mitarbeitenden möglichst lange «an Bord» zu behalten. Heute liegt die durchschnittliche Zugehörigkeit beim Betrieb bei sechs Jahren. «Nach dem Umzug von Uster nach Urdorf haben uns viele langjährige Mitarbeitende wegen des langen Arbeitsweges verlassen, sonst wäre die Zahl der Betriebszugehörigkeit viel höher», erklärt Fleischli, der selber seit 14 Jahren für Stucky Holzprofilleisten AG arbeitet.

Notwendig wurde der Umzug, weil sich die Administration der Stucky Holzprofilleisten AG in Uster ZH befunden hatte, das Lager aber fast eine Stunde Autofahrt entfernt in Schlieren ZH stationiert war. «Das hat zwar funktioniert, aber es war suboptimal», räumt Fleischli ein. Mit dem Neubau im Urdorfer Industriequartier, nur wenige Fahrminuten vom alten Lagerstandort entfernt, konnte die Firma einen Neubau realisieren. «Unsere Kunden haben in etwa die gleiche Entfernung zu uns wie früher», freut sich Fleischli.

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Nachgefragt:
Welche Trends sind derzeit bei Fussbodenleisten angesagt? Christoph Fleischli, Leiter Marketing und Verkauf bei Stucky Holzprofilleisten AG, erklärt, dass Aluminiumleisten immer stärker im Kommen seien. «Weil der Aluminiumpreis aber stark schwankt, ist das ein risikoreiches Geschäft», so Fleischli. Weiter seien, analog zu den Böden, immer mehr mattere Lackie rungen bei der Kundschaft beliebt. Leider würden ökologische Produktionsprozesse und Umweltlabels wie FSC und PEFC aber wenig honoriert. Zwar sei Stuckys Ökoholz-Sockel in der Branche ein Begriff, «aber unsere Kundschaft sind die Bodenleger, nicht die Endkunden. Und die Bodenleger vergessen gerne, dass nicht nur bei den Belägen die Herkunft des Holzes wichtig ist», bedauert Fleischli.

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Schweizer Holzzeitung 2012
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