26.10.2011 | Daniela Adank

«Keinen Windschutz sondern Windmühlen bauen»

Eine geschlossene Wertschöpfungskette vom Baum bis zum Holzbau ist für Graubünden von existen-tieller Bedeutung. Der nachwachsende Baustoff Holz leistet im zeitgemässen Holzbau oder als Ener-gieträger einen besonderen Beitrag zur Erreichung der klimapolitischen Ziele. Die Zeichen der Zeit sprechen für Holz. Dank neuer Technologien und innovativer Firmen hat sich der Holzbau in den letz-ten Jahren neu erfunden.

Bild: zvg
Die zahlreich erschienen Teilnehmer hören den Ausführungen von Enrico Uffer in der CNC-Werkhalle aufmerksam zu.

Das Top Programm Holz gastierte diesmal bei einer erfolgreichen Bündner Holzbaufirma. Die in Savognin verwurzelte Uffer AG ist seit über 100 Jahren im klassischen Holzbau tätig. In den letzten Jahren expandierte das Unternehmen stetig und nahm kontinuierlich neue Tätigkeitsbereiche und Dienstleistungen ins Firmenportfolio auf. In der neuen Werkhalle, die eine Gesamtlänge von 72 Metern und eine Breite von 33 Metern aufweist, werden modernste Technologien eingesetzt.

Energiepotenziale von Holz ausschöpfen

Die Firma Uffer AG setzt mit der neuen CNC-Werkhalle, welche selbst nach den neuesten Energiestandards realisiert wurde und dem neu hinzugekommenen Kompetenzzentrum Bauen und Energie, auf die Ausschöpfung der Energiepotentiale von Holz im Bau. Der Bürobau, indem sich auch eine grosse Ausstellung zum Thema Bauen und Energie befindet, ist im Minergie-P Standard gebaut. Geheizt wird mit eigenen Holzschnitzeln und dank einer Komfortlüftung entsteht eine grosse Wärmerückgewinnung. Auf dem Dach der Werkhalle befindet sich die zurzeit grösste Photovoltaikanlage Graubündens, die Strom für rund siebzig Einfamilienhäuser liefert. Die Uffer AG wagt einen mutigen Schritt in die Zukunft.  Der industrialisierte Holzementbau hat Einzug gehalten und mit dem Fokus auf energieoptimiertes Bauen wird Savognin zu einem Knotenpunkt für Energie- und (Holz-) Bauspezialisten werden. James Cristallo, Geschäftsleitungsmitglied der Uffer AG, brachte es in seinen Ausführungen auf den Punkt: «Entscheidend für unseren langfristigen Erfolg wird das Kompetenzzentrum Bauen und Energie sein. Im energiebewussten, ressourcenoptimierten Bauen und Sanieren steckt ein riesiges Potential.»

Unternehmer statt Manager

Die Unternehmen befinden sich heute in einem Umfeld, das sich laufend verändert. Sie stehen vor grossen Herausforderungen, die neuen Rahmenbedingungen auf Relevanz zu beurteilen und die eigenen Marktleistungen einem Teil dieser Veränderungen stetig anzupassen. Dies bedeutet, dass neue Produkte und Dienstleistungen in kurzer Zeit entwickelt werden müssen. «Uffer gibt es seit 105 Jahren und bis vor kurzem waren wir im klassischen Holzbau tätig», erklärt Enrico Uffer, Geschäftsleitungsmitglied in seiner Präsentation. Vor sechs Jahren kam der Wechsel, der sich in der heutigen Firmenstruktur widerspiegelt: hin zu einer Generalunternehmung. «Spezialisierung ist nicht der richtige Ansatz», begründet Uffer, «man muss als Generalist denken und wie ein Spezialist arbeiten.» Die «gläserne Fabrik», wie die Halle der Uffer AG wegen der durchsichtigen Fassade auch genannt wird, ist auf Kurs. Das Risiko der Investitionen sei abschätzbar. Zusammen mit Reto Laim, Marktleiter KMU GKB Lenzerheide, wurde den Besuchern aufgezeigt, was es heisst auf Veränderungen zu reagieren. Nur wer sich stetig weiterentwickelt und anpasst, neue Ideen entwickelt, die richtigen Partner findet, wird am Markt bestehen. Oder umformuliert in das Thema der Veranstaltung: «Wer den Wind der Veränderung spürt, sollte keinen Windschutz, sondern eine Windmühle bauen.»

Schweizer Holzzeitung 2012
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