13.02.2012 | Susanna Vanek

Ist die Biosprittechnik damit gerettet?

Das Greentech-Unternehmen Choren entwickelte ein Verfahren, um aus Holz Diesel herzustellen. Trotz Geldspritzen in Millionenhöhe von VW, Daimler und Shell sowie vom deutschen Bundesland Sachsen und von der EU musste das Unternehmen im Juli 2011 Insolvenz erklären. Verkauft hat die Firma, die zeitweise stark gehypt wurde, keinen einzigen Deziliter des Diesels, der in Branchenkreisen «Kaviar-Kraftstoff» genannt wird. Jetzt hat das Unternehmen Linde die Biosprittechnik gekauft. Das weckt Hoffnungen.

Bild: zvg
Die Choren Beta-Anlage in Freiberg

Die Idee tönt sehr gut: Beim sogenannten Biodiesel der zweiten Generation entsteht aus Holz zuerst Gas und anschliessend Diesel. Verwendet werden soll vor allem Abfallholz. Entwickelt hat die Technologie das Greentechunternehmen Choren. Das Vorhaben weckte gerade in der Automobilbranche grosse Hoffnungen, die Investoren standen Gewehr bei Fuss, schossen immer wieder Geld ein. Vergeblich. Zuletzt hatte Choren einen dreistelligen Millionenbetrag verschlungen, ohne einen einzigen Milliliter des Wunderdiesels produziert zu haben. Immer wieder neue Technikprobleme hatten Choren zu schaffen gemacht. Im Juli 2011, schliesslich, hatte Choren kein Geld mehr.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sucht der Insolvenzverwalter Bruno Kübler seiher nach einem Käufer für Choren, bisher ohne Erfolg. Umso erfreuter zeigte sich Kübler über den Verkauf des Verfahrens «Diesel aus Holz» . Linde übernimmt die Rechte an einem Teil der Choren-Technik. Die Mitarbeitenden und die Anlage im sächsischen Freiberg, in der bisher noch kein Tropfen Biodiesel produziert wurde, bleiben bei Choren. Linde will die Prozesse zur Herstellung des Diesels vorerst auf dem Papier weiter entwickeln. Anschliessend soll abgeklärt werden, welches Marktpotential die Technik hat.

Kübler hatte für die Technologie lange einen Käufer suchen müssen. Zwar prüften zahlreiche Investoren sehr akkurat die Technologie, allerdings war anschliessend niemand bereit, die hohen Investitionen zu tätigen, die nötig sind, um die Synthesegas-Demonstrationsanlage in Freiburg in einen industriellen Betrieb zu überführen.

Ob es Linde gelingt, aus Abfallholz umweltfreundlichen Diesel herzustellen, wird sich zeigen. Es ist, so viel steht fest, keine einfache Aufgabe.

Schweizer Holzzeitung 2014
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