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29.12.2011 | Gottfried Bossi, Präsident des Verbandes Schweizer Forstpersonal

Internationales Jahr des Waldes - ein Rückblick

Die Mitglieder des Verbandes Schweizer Forstpersonal seien durch das Internationale Jahr des Waldes 2011 eh schon sehr ausgelastet, daher plane unser Verband keine eigenen Aktivitäten, sagte ich anlässlich einer Vorbereitungssitzung beim Bafu in Ittigen. Diese Aussage wurde nicht von allen Anwesenden mit dem nötigen Verständnis aufgenommen. Ein Rückblick auf 2011 beweist indes, dass das Forstpersonal sehr viel geleistet hat.

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Bild: Susanna Vanek

Insgesamt waren auf der Agenda zum Jahr des Waldes 326 Veranstaltungen in der ganzen Schweiz gemeldet worden. Für jede Veranstaltung, ob vom Jägerverein, Pilzsammlerclub, Naturfreunde, Vogelschutz Schweiz, örtlicher Verschönerungsverein oder Waldbesitzerorganisation wurde im Minimum der Förster oder Forstwart für diverse Sachen angefragt: Durchführungsort im Wald, Anschauungsmaterial aus dem Wald, Unterstützung oder Mithilfe für die Veranstaltung, etc. Dies ob der Anlass einen Tag oder mehrere Tage dauerte.

Hier eine Überschlagsrechnung: Durchschnittlich pro Veranstaltung 2 Tage mit zwei Forstleuten von unserem Verband dies mal 326 ergibt 10432 Stunden oder zirka 6 Arbeits-Jahre für eine Person. Die Vorbereitung und das Aufräumen nicht eingerechnet. Kostenmässig will ich es gar nicht berechnen, weil die meisten Veranstaltung mehr Zeit beanspruchten als meine vorherigen Zahlen aufzeigten! Festzuhalten ist aber, dass dies alles freiwillig und ohne Lohn und wenn Geld floss, dies zum grossen Teil auf die Waldbesitzer abgewälzt wurde. Bei meinen diversen Besuchen, die ich während diesem erfolgreichen «Jahr des Wald 2011» in der ganzen Schweiz durchgeführt habe, bleiben noch einige Feststellungen, die ich sehr gerne anbringe:    

- Es gab Anlässe, die bis zu 11 Tagen dauerten. Ohne Vor- und Nachbereitung.

- Die Zusammenarbeit, das gemeinsame Gespräch mit den verschiedenen Waldakteure, Wald- Benutzern fand vermehrt statt. Das gemeinsame Verständnis wurde gefördert.

- Der Teamgeist im Forstpersonal erhielt einen positiven Ruck.

- Die Schulen sind sehr gut in die Veranstaltungen einbezogen worden. Sehr viele Klassen, vom Kindergartenalter bis zu Schulabgänger wurden durch das Forstpersonal instruiert und durch die Wälder und Ausbildung- und Arbeitsposten geführt.

- Die Initiative und Kreativität, die bei den verschieden Anlässen an den Tag gelegt, vorgeführt und dargestellt wurde, erfreute und erstaunte mich sehr.                                                                                    

- Die Mithilfe bei der Organisation für die regionalen oder sogar kantonalen Veranstaltungen durch den oberen, kantonalen Forstdienst war in den meisten Kantonen sehr eindrucksvoll. Leider ist aber gerade bei diesem Punkt eine grosse Ungleichheit festzustellen.

Dieser Aufwand zu Gunsten des Waldes lohnt sich langfristig sehr. Das Verständnis in der nicht forstlichen Bevölkerung für die Wald- und Holzwirtschaft  wurde wieder aufgeweckt und verstärkt.

Unsere Arbeitgeber, die Waldbesitzer können in naher Zukunft wieder mit vermehrtem «Goodwill», zu Gunsten der naturnahen Holznutzung, aus der Gesamtbevölkerung der Schweiz rechnen. Wichtig ist aber die weitere gute Information auch in naher Zukunft. Solche «Wald Tage» müssen wiederkehrend angeboten und durchgeführt werden im Sinne einer positiven «Wald-PR». Hier ist jeder, der Bund, die Kanton, die Waldbesitzerverbände, der Forstbetrieb, der Forst-unternehmer, die Förster und Forstwarte gefordert dies nicht zu vernachlässigen und gemeinsam unsere Ziele im Schweizerwald darzulegen.

  Ich will es nicht unterlassen und darf ruhig dazu stehen: Ich bin stolz auf unsere Verbandsmitglieder, was ihr in diesem UNO Jahr des Waldes geleistet habt, ist sehr eindrücklich. Danke. Die Wertschöpfung aus diesen Anlässen ist nicht mit Zahlen darzulegen aber sicher ist die Nachhaltigkeit zu Gunsten der Waldwirtschaft in der Gesamtbevölkerung gefestigt worden.

Schweizer Holzzeitung 2012
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