BAUEN & MODERNISIEREN (Altbau-Modernisierung)
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Das sich im Bau befindende Holzheizkraftwerk Forsthaus Bern HHKW wird über genügend Holz verfügen. Dies macht eine Kapitalaufstockung der Lignocalor Seeland, die das HHKW mit einem Exklusivvertrag beliefern wird, möglich.
Energieholz soll der Stadt Bern einheizen
Energie Wasser Bern (ewb) baut derzeit eine neue Kehrichtverbrennungsanlage KVA. Am selben Standort wird das Holzheizkraftwerk Forsthaus Bern HHKW erstellt. Dieses wird etwa 145 000 MWh thermische Energie und rund 47 000 MWh elektrischen Strom pro Jahr produzieren. Die Wärmeproduktion führt jährlich zu Einsparungen von mindestens 30 000 Tonnen CO2. Der Bau der riesigen Anlage ist derzeit in vollem Gang und bisher konnte der bauliche Zeitplan eingehalten werden. Die thermische Energie wird ins Fernwärmenetz der Stadt Bern eingespiesen, welches von ewb betrieben wird. Der Strom wird über die kostendeckende Einspeisevergütung KEV vergütet oder als erneuerbares Stromprodukt den Kunden von ewb angeboten. Das HHKW wird voraussichtlich 9 bis maximal 11 Monate im Jahr betrieben. Der jährliche Brennstoff bedarf wird auf rund 280 000 Schüttkubikmeter Hackschnitzel geschätzt, was etwa 105 000 Kubikmeter an festem Holz entspricht. Das HHKW deckt seinen Bedarf an Holz mit Wald- und Landschaftspfl egeholz, Sägereirestholz und Altholz.
Auch für die Uni
Das Wärmenetz der ewb wird laufend erweitert, so wird beispielsweise auch der neue Gebäudekomplex der Uni Bern auf dem ehemaligen von Roll-Gelände mit Wärme versorgt. Weitere Netzerweiterungen sind in Planung. Die Versorgung der ARA mit Prozesswärme ist beschlossen. Damit wird zusätzliches Biogas für die Versorgung von Kunden im Bereich Heizung und Mobilität frei. Die Erstellung des HHKW erfolgt auf Rechnung von ewb. Die Investition beläuft sich auf rund 55 Millionen Franken. (gb)
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Lignocalor Seeland AG
Bern HHKW wird von der Lignocalor Seeland AG mit Holzschnitzeln beliefert. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 7. Juni hat die Lignocalor Seeland AG eine Kapitalaufstockung beschlossen. Die Waldseite soll mit rund zwei Dritteln und die Energiewirtschaft mit einem Drittel am Aktienkapital beteiligt sein. Die provisorische Aktienzeichnung verlief erfolgreich, so dass genügend Kapitalgeber vorhanden sein werden. Die exklusive Holzversorgung des Holzheizkraftwerkes Forsthaus Bern (HHKW) durch die Lignocalor Seeland AG ist somit gesichert. Neben der Belieferung des Holzheizkraftwerks Forsthaus wird die Lignocalor weiterhin Holzschnitzel an die angestammte als auch an neue Kundschaft liefern. Im Zusammenhang mit der Belieferung des HHKW hat die Lignocalor langjährige Holzlieferungsverträge angeboten. Die eingegangenen Off erten übersteigen den Bedarf für das HHKW und die übrigen von der Lignocalor belieferten Holzschnitzelfeuerungen. Das Holz kann somit im geplanten Einzugsgebiet beschaff t werden und es bestehen noch Kapazitäten für weitere Holzschnitzelfeuerungen in der Region.
Entlang von Verkehrswegen wurden in letzter Zeit zahlreiche Holzschläge durchgeführt. Die dabei gewonnenen Energieholzpolter sind riesig und zurzeit nur schlecht verkäuflich. Die Subventionen für Waldrandaufwertungen führen ebenfalls zu grossen Holzschlägen, welche vorwiegend als Energieholz aufgerüstet werden. Mit dem Einkauf grösserer Holzmengen für das HHKW beginnt die Lignocalor Seeland AG ab zweiter Hälfte 2011. Lignocalor wird das für die Versorgung des HHKW notwendige Energieholz kaufen. Die Preise für die verschiedenen Sortimente sind definiert und an einen Index gekoppelt. Ausnahme bildet das Altholz, welches zu Tagespreisen eingekauft wird. Die Versorgungssicherheit wird mittels Lieferverträgen mit einer Laufzeit von 10 Jahren gewährleistet. Lieferverträge von kürzerer Dauer sind auch möglich, jedoch werden Verträge mit 10 Jahren Laufzeit finanziell bevorzugt, wie Gottfried Bossi, Geschäftsführer der Lignocalor Seeland AG betont.
Die Lignocalor Seeland AG wird für die in Form von Wärme und Strom produzierten kWh entschädigt. Der Preis gilt «nach dem Ofen», ist ebenfalls indexiert und wird periodisch angepasst. Für naturbelassenes Holz kann der Preis nicht unter 95 Prozent des Ausgangspreises fallen.
Aus dem Ertrag für die gelieferte Energie finanziert die Lignocalor Seeland AG alle ihre Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Holzbeschaffung, insbesondere bezahlt sie daraus das gelieferte Holz, ihre Aufwendungen für den zentralen Aufbereitungs- und Lagerplatz und für Disposition und Abrechnung sowie die eingekauften Dienstleistungen wie Hacken, Transporte und Beschickung der Anlage.
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Statement:
«Die Übertragung der Versorgungsaufgabe für das HHKW bietet den B e r n e r Waldeigentümern einen Absatzkanal für wichtige und bisher zu wenig nachgefragte Holzsortimente. Die Langfristigkeit dieses Absatzkanals erlaubt, Abläufe bei der Holzernte, Aufbereitung, Transport und Beschickung der Anlage zu optimieren und damit angemessene Erträge zu erzielen. Lignocalor kann ihre Position als wichtiger Energieholzvermittler stärken und ihre Dienstleistungen zugunsten der Waldbesitzer verbessern. Die Aktionäre von Lignocalor investieren mit der Kapitalerhöhung in einen Bereich, der eine angemessene Rendite verspricht.»
Gottfried Bossi Geschäftsführer Lignocalor Seeland AG
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