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«Viel hilft viel» – nach diesem Motto investiert China grosse Summen in seine Wälder. Die Aufforstungszahlen sind seit Jahren beeindruckend. Allerdings lässt die Robustheit der Wälder zu wünschen übrig. Eine Kooperation mit der Uni Göttingen soll nun jahrhundertealtes deutsches Forstwissen ins Reich der Mitte bringen.
Etwa 50 Millionen Hektar Wald wurden über die letzten 30 Jahre in China angepflanzt. Das entspricht etwa einem Viertel aller Aufforstungen weltweit. Eine beeindruckende Leistung, deren Quantität leider mehr überzeugt als ihre Qualität. Denn nach Ansicht der Forstwissenschaftler von der Universität Göttingen sind die aufgeforsteten Wälder teilweise in einem «erbärmlichen» Zustand. Nicht nur das Saatgut war ungeeignet, oft wurden Baumsorten an den falschen Standorten platziert. Zudem fehlt es an professioneller Baumpflege. Das macht die Plantagenwälder tendenziell instabil und stellt damit den Erfolg des ganzen Projekts in Frage. Die prekäre Lage zeigte sich im Januar 2008: Innert Tagen zerstörten Schneestürme und Eisbruch 18 Millionen Hektar Wald. Den wirtschaftlichen Schaden schätzt man auf 1.6 Milliarden Euro.
Nun soll das Wissen deutscher Forstwissenschaftler weiterhelfen. Im März dieses Jahres startet «Lin2Value». Das Projekt steht unter der Leitung von Professor Christoph Kleinn, Abteilung Waldinventur und Fernerkundung der Universität Göttingen. Wie Kleinn sagt, soll insbesondere die Struktur und Stabilität von jungen und mittelalten Plantagenwäldern verbessert werden. Zu diesem Zweck werden die Forscher Bewirtschaftungskonzepte entwickeln und die Landnutzung optimieren. Weitere Forschungspartner sind neben der Universität Göttingen die Universität Freiburg, die Technische Universität Dresden und chinesische Partnereinrichtungen. Vom bundesdeutschen Ministerium für Bildung und Forschung fliessen über drei Jahre insgesamt 2.75 Milliarden Euro Unterstützung.
In den letzten sechs Jahren hat die chinesische Regierung laut Angaben des staatlichen Forstamts rund 73 Milliarden US-Dollar in ihre Wälder investiert. Ein grosser Teil der Investitionen erfolgte für die Erstellung von Windschutzstreifen in Nordchina und entlang des Flusses Jangtsekiang. Weitere wichtige Projekte betrafen die Umwandlung von Ackerland in Waldfläche, den Schutz der bestehenden Wälder sowie Schutzwaldpflanzungen, welche beim Überstehen von Sandstürmen helfen sollen. Gegenwärtig sind über 20 Prozent der Fläche Chinas von Wald bedeckt. Noch 2005 waren es lediglich 18 Prozent. In den nächsten drei Jahren soll die Waldfläche auf über 21 Prozent ansteigen. Die ehrgeizigen Wachstumspläne lassen eine qualitativ hochstehende Forstwirtschaft umso wünschenswerter scheinen
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