Holzenergie

15.03.2011 Sandro Portmann

Grösstes Schweizer Holzheizkraftwerk ist effizienter als gedacht

Aufgrund der aktuellen Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima in Japan geraten die Kernenergie auf der ganzen Welt immer mehr in Verruf. In der Schweiz hat die Energieministerin Doris Leuthard die Rahmenbewilligungsgesuche für drei neue Atomkraftwerke sistiert. Zum Glück gibt es positive Nachrichten von der Holzenergie.

Bild: Susanna Vanek
Aus Altholz soll Energie entstehen.

Die Schweiz bezieht knapp 40 Prozent ihres Stromes aus fünf Atomkraftwerken. Würden diese wegfallen müsste die Energie anderweitig beschafft werden, was keine einfache Aufgabe darstellt. Entweder müsste die Schweiz den Strom dann aus dem Ausland kaufen oder in erneuerbare Energien investieren. Beim aktuellen Stand der Technologie dürfte es allerdings praktisch unmöglich sein, auf die Atomkraftwerke zu verzichten. Die Kapazitäten aus Solar-, Wind- oder Holzenergie würden nicht ausreichen um den Strombedarf der Schweiz zu decken, zumal dieser stetig wächst. Die Holzenergie gewinnt jedoch immer mehr an Effizienz.

Einen Schritt in diese Richtung ist das Zürcher Holzheizkraftwerk Aubrugg, welches im Oktober 2010 mit der Befeuerung des Holzschitzelkessel startete. Anders als Erwartet liegt der Wirkungsgrad der Energieumwandlung bei 90 statt 89 Prozent. Hinzu kommt dass das Werk deutlich weniger Schnitzelholz braucht als anfangs gerechnet wurde. Nämlich 20 Prozent weniger. Grund dafür ist, dass das Holz weniger Wasser enthält als vermutet.

Im Kanton Zürich beträgt das Energiepotenzial 900 000 Kubikmeter Schnitzelholz pro Jahr. Verwendung finden aber erst eine Drittel davon, der Rest bleibt im Wald als Totholz liegen. Die Anlage besteht aus besteht aus einer Feuerungsanlage mit Wasserrohrkessel, der Anlage zur Speisewasserkonditionierung, einer Rauchgasreinigungsanlage, einer Gegendruck-Entnahme-Dampfturbine mit Generator sowie der notwendigen Elektro- und Leittechnik. In den Wintermonaten (September bis Mai) produziert die Anlage Wärme für rund 10 000 Haushalte, die ins Fernwärmenetz des Wärmeverbunds Zürich Nord und Wallisellen abgegeben wird. Gleichzeitig wird aus der Verbrennung Elektrizität für rund 5 000 Haushalte gewonnen und ins Unterwerk Opfikon eingespeist. Dadurch wird der CO2-Ausstoss um 25 000 Tonnen pro Jahr reduziert, was einer eingesparten Heizölmenge von rund 9.5 Mio. Litern entspricht.

Die zweite positive Nachricht kommt aus Kaiseraugst (AG). Dort hat Axpo das Projekt Holzkraftwerk überarbeitet und neu optimiert. Anfang März hat Axpo das angepasste Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht. Die vorgesehenen Investitionen für Anlage und Gebäude belaufen sich auf über 30 Millionen Franken. Eine wesentliche Änderung betrifft den Standort des Kamins, der jetzt in das bestehende Gebäude der Tierfutter-Firma Provimi integriert werden kann. Statt die einheimische Biomasse Holz über Hunderte Kilometer quer durch die Schweiz oder zur Entsorgung ins Ausland zu transportieren, wird das Altholz aus der Region künftig mit einem hohen Gesamtnutzungsgrad zur Produktion von rund 10 Gigawattstunden Strom über 40 Gigawatt Wärme vor Ort genutzt. Das Holzkraftwerk mit 11 Megawatt thermischer Feuerungsleistung kann zahlreiche lokale Privathaushalt, Industrie und Gewerbebetriebe mit Wärme und Dampf aus der erneuerbaren Energiequelle Holz versorgen sowie Strom für 2000 Haushalte produzieren. Im Holzkraftwerk Kaiseraugst können jährlich rund 9000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Schweizer Holzzeitung 2012
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