Forschung

30.03.2011 Sandro Portmann

Forschung für erdbebensicherere Holzbauten

Unter dem Namen Optimber Quake ist am 1. März das zweijährige Projekt zur Forschung der Erdbebeneinwirkung an mehrstöckigen Holzbauten und deren Optimierung angelaufen. DEr Projekttitel Optimber Quake stammt vom englischen Ausdruck «Optimization of Timber Multi-storey Buildings agains Earthquake impact» ab.

Bild: Luise/ Pixelio.de
Optimber Quake sieht eine hohe wirtschaftliche Bedeutung der mehrgeschossigen Holzbauten im asiatischen Raum.

Im Bezug auf die Erdbebensicherheit weisen Holzhäuser eine hervorragende Leistungsfähigkeit auf, vorausgesetzt der Entwurf und die Detailausbildung erfüllen alle Anforderungen. Das Verhalten von mehrgeschossigen Holzbauten unter den Einflüssen von einem Erdbeben ist sehr Komplex und anwendbare Bemessungsgrundlagen stehen im Moment noch nicht zur Verfügung.

Das Hauptziel des Projekts ist es, Bau-Systeme zu optimieren und weiterzuentwickeln, um mehrgeschossige Holzbauten für erdbebengefährdete Gebiete sicher entwerfen und bauen zu können.

Holzbauwerke haben zahlreiche Vorteile im Vergleich zu anderen Bauarten einschliesslich der Geschwindigkeit bei der Montage und der Qualitätskontrolle durch Leichtbau und Vorfertigung. Erdbebensicherheit ist jedoch eine wichtige Voraussetzung, um den Holzbau in den Ländern einzuführen, die nicht zu den klassischen Holzbaunationen gehören. Dazu zählen die Mittelmeer- und Balkanländer aber auch der asiatische Raum. Auch in Mitteleuropa gibt es seismische Aktivitäten.

Im Projekt wird zwischen EU und Nicht-EU-Markt unterschieden, wie es in der Medienmitteilung heisst. In den schnell wachsenden Regionen wie Asien wird überwiegend die nordamerikanische Leichtbauweise angewendet. Weil viele Regionen Asiens aktive seismische Gebiete sind, ist eine Erdbeben-Zertifizierung notwendig, um mehrstöckige europäische Gebäude nach Asien zu exportieren. Das Forschungsprojekt hat also eine grosse wirtschaftliche Bedeutung sowohl für den europäischen, wie auch für den asiatischen Markt. Konkrete Ergebnisse für die Wirtschaft werden zum Beispiel einheitliche Grundlagen für Zulassungsverfahren, eine Datenbank mit den wesentlichen Parametern üblicher Konstruktionen sowie Berechnungsmethoden zur Optimierung von Verbindungen und Anschlüssen sein. Zudem wird eine Bemessungsrichtlinie mit internationalem Bezug mit Anwendungsbeispielen für typische Tragwerke erarbeitet.

Die Projektpartner sind der Internationale Verein für technische Holzfragen, IVTH Braunschweig und das Belgische Bauforschungsinstitut BBRI in Brüssel. Die wissenschaftliche Forschungsgesamtleitung obliegt Werner Seim, Fachgebiet Holzbau und Bauwerkserhaltung der Universität Kassel.

Schweizer Holzzeitung 2012
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