Südwest Messe
Ausstellung für Industrie, Handel, Handwerk, Hauswirtschaft und Landwirtschaft mehr...
Die Schreiner gehörten zum Rückgrat der Schweizer Wirtschaft, betonte Bundesrat Johann Schneider-Ammann bei seiner Rede während des Festaktes 125 Jahre Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM. Jean-François-Rime, Präsident Holzindustrie Schweiz, hatte seinen ersten Auftritt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes.
Die Bauwirtschaft sei die Lokomotive der Volkswirtschaft, erklärte Bundesrat Johann Schneider-Ammann in seiner Rede vor rund 700 Personen im Kongresszentrum der Bern Expo. Das Schreinerhandwerk, so Schneider-Ammann weiter, habe Zukunft, denn es verdiene mit der Nachhaltigkeit Geld. Bei der Bildung dürfe nicht gespart werden, denn das duale Bildungssystem, wie es auch die Schreiner kennen, sei das beste Gegenmittel gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Dieser Teil der Rede dürfte dem Zentralpräsidenten des Verbandes Schweizerische Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM, Ruedi Lustenberger, besonders gefallen hatte, hatte er doch einige Stunden zuvor an der Jubiläums-Delegiertenversammlung gefordert, der Staat solle gleich viel Geld für das duale Bildungssystem bezahlen wie für die Universitäten. Schneider-Ammann betonte auch, die Wettbewerbsfähigkeit sei in der Schweiz durch den Arbeitsfrieden gegeben. Daher sei die Sozialpartnerschaft sehr wichtig. Auch das wird Lustenberger goutiert haben, denn an der Jubiläums-DV hatte er stolz verkündet, der neue GAV trete am gleichen Tag in Kraft. «Zufälle gibt es», hatte er geschmunzelt. Zudem nahmen die Gewerkschaftsverhandlungspartner Franz Cahannes von der Unia und Werner Rindlisbacher von der Syna an der Jubiläumsfeier teil – ein Zeichen für das gute Einvernehmen. Schneider-Ammann kam direkt von einer anstrengenden Bundesratssitzung an den Festakt, wirkte aber nicht gestresst, sondern gut gelaunt.
Holzverwendung ist Trumpf
Dass der Säger Jean-François Rime ausgerechnet bei seinen liebsten Kunden, den Schreinern, seinen ersten Auftritt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes SGV hatte, war ein schöner Zufall. Rime erinnerte daran, dass die Holzverwendung derzeit Trumpf ist, wie zum Beispiel der Bau des neuen Kinderspitals oder der Neubau der Swatch Group derzeit bewiesen. Rime lobte, die Schreiner seien bei SGV sehr engagiert. Zur aktuellen Situation meinte er, der Frankenkurs von 1.20 reiche für den Werkplatz Schweiz nicht.
Hans Killer, Präsident von Bauen Schweiz, lobte die aktive Rolle des VSSM für die Belange des Ausbaugewerbes. Diese würde Lustenberger als Nationalrat auch im Parlament vertreten. David Welzer von den Westschweizern Schreinern und Konrad Steininger, der deutsche Verbandesvertreter, überbrachten ebenfalls beste Wünsche zum «Schreinergeburtstag».
Selbstbewusster Verband
Zu Beginn des Festaktes hatte Lustenberger kurz die Geschichte des VSSM skizziert, der am 6. März 1887 im Restaurant Schützenhaus in Luzern aus der Taufe gehoben worden war. In den letzten 125 Jahren habe sich der VSSM zu einem selbstbewussten Verband entwickelt. Wichtig sei ihm immer die Aus- und Weiterbildung gewesen, was unter anderem dazu geführt habe, dass die Schweizer Schreiner traditionellerweise sehr gut an den Berufsweltmeisterschaften abschneiden. Zudem führe der Verband seit über 70 Jahren ein eigenes Weiterbildungszentrum auf dem Bürgenstock. Zusammen mit den Malern-Gipsern, den Holzbauern, Suissetec, der Metallunion, den Elektroinstallateuren hätten sich die Schreiner als Gruppe «Ausbaugewerbe» zu einer schlagkräftigen Gruppe innerhalb von Bauen Schweiz gemausert. Die offene Haltung gegenüber energie- und umweltpolitischen Fragen habe weit über die Berufsgrenzen hinweg bis in die nationale Politik eine positive Resonanz gefunden. Der VSSM wisse, woher er komme und wo er angelangt sei Eine gute Voraussetzung, um zu wissen, wohin er gehen wolle. Das Umfeld, das nach mehr Ökologie und Qualität verlange, sei positiv, daher seien die Schreiner verhalten optimistisch.
Vier Ehrungen
An der Jubiläums-Delegiertenversammlung wurde unter anderem die Jahresrechnung mit einem Plus von 107 156 Franken angenommen. Das Total der Aktiven beträgt 9 440 085 Franken, die Liquidität des Verbandes ist also sehr gut. Festgehalten wurde zudem, dass 751 Jubiläums-Schreinerskis bestellt wurden. Für ihr Engagement geehrt wurden Markus Münch, Sektion Basel-Stadt und Martin Brüschweiler, Sektion Thurgau, Hansruedi Grob, Sektion Berner Oberland und Ernst Schmutz, Sektion Burgdorf und Umgebung.
Ein Gala-Abend mit dem Komikerduo Lapsus und der Musikformation Calimeros beendete den Jubiläumsabend der «Macher» gebührend. Mit der Jubiläums-DV, dem offiziellen Festakt und dem Abend bewiesen die Schreiner, dass sie beim Feiern Gas zu geben vermögen.
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