BAUEN & MODERNISIEREN (Altbau-Modernisierung)
Schweizer Messe für Neubau, Umbau, Renovation, schöner Wohnen mehr...
Die Farben- und Lackhersteller werden durch die aktuelle Lage auf den Rohstoffmärkten extrem belastet. Die steigende Nachfrage nach Spezialchemikalien für die schweizerische Lack- und Farbenindustrie kann nur unzureichend befriedigt werden. Die Folge sind Versorgungsengpässe und Preissteigerungen bei den Vormaterialien, die eine längerfristige Kalkulation kaum mehr möglich machen.
Besonders dramatisch ist die Lage beim Weisspigment Titandioxid. Bei «Titanweiss» handelt es sich um ein universell einsetzbares Pigment von höchster Deckkraft, das insbesondere bei der Herstellung von weissen Beschichtungen unersetzbar ist. Die Lack- und Farbenhersteller mussten in den letzten 9 Monaten mehrere Preiserhöhungen hinnehmen. Die Preiserhöhungen lagen bei 10 Prozent pro Quartal.
Ausmass und Geschwindigkeit der Preiserhöhungen bei «Titanweiss» haben viele Unternehmen überrascht. In Schwierigkeiten kommen Hersteller, die an Grosshandel und Baumärkte, aber auch an Industrie- und Gewerbekunden liefern. «Es ist schwer, die Kostenexplosion beim Rohstoffeinkauf durch andere Massnahmen aufzufangen. Man ist schon froh, wenn man überhaupt Rohstoffe bekommt, um die Produktion aufrechtzuerhalten können», so ein Firmenchef aus der Branche.
Krisenbedingt hat auch die petrochemische Industrie ihre ohnehin knappen Produktionskapazitäten zur Herstellung von Vormaterialien deutlich gedrosselt und einzelne Werke in den letzten Jahren komplett geschlossen. Jetzt kann die wieder steigende Nachfrage nach Grundchemikalien nicht ausreichend bedient werden. Bei allen wichtigen Schlüsselrohstoffen stiegen die Preise seit Januar 2010 im zweistelligen Prozentbereich. Als Beispiele seien genannt:
- Epoxidharze 70 Prozent
- Melaminharze 60 Prozent
- Polyurethane und Acrylharze 40 Prozent
- Lösemittel bis zu 40 Prozent
Die Rohstoffkosten haben für die Lackhersteller eine grosse Bedeutung, da 50 Prozent der Betriebskosten auf die Rohstoffe entfallen. Erhöhungen der Rohstoffpreise schlagen somit stärker auf den Endpreis des Produktes durch als andere Positionen in der betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Weitere wirtschaftliche Unsicherheiten wie die Spannungen im arabischen Raum oder die atomare Bedrohung in Japan verunsichern die Märkte zusätzlich. «Eine Beruhigung ist kurzfristig sicherlich nicht in Sicht», gibt sich der Direktor der Schweizerischen Lack- und Farbenindustrie Matthias Baumberger skeptisch.
Schweizerische Lack- und Farbenindustrie
Die schweizerische Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie organisiert sich seit 1907 im führenden nationalen Wirtschaftsverband der Schweizerischen Lack- und Farbenindustrie VSLF. Die von ihm vertretenen 90 Mitglieder erzielen einen Umsatz von gegen zwei Milliarden Schweizer Franken jährlich und beschäftigen ungefähr 3000 Mitarbeitende.
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