Bewirtschaftung und Pflege

22.02.2012

Brandrodung wird rehabilitiert

Lange galt die Brandrodung als Waldzerstörung. Jetzt setzen sich Forscher von Bioversity International für die traditionelle Methode ein. Gerade für wertvolle Tropenhölzer erweist sie sich als ideale Voraussetzung.

Bild: Dirk van der Made
Brandrodung südlich von Santa Fé (Panama).

«Viele Regierungen haben die Brandrodung im Namen des Umweltschutzes verboten» sagt Laura Snook von der Forschungseinrichtung Bioversity International. «Dieses Verbot reduziert aber die Chancen für einen wertvollen, nachhaltigen Wald und dessen Biodiversität.» Dieses Fazit zieht Snook nach einem jahrelangen Forschungsprogramm im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo, wo die örtliche Bevölkerung für den Holzeinschlag im Regenwald verantwortlich ist.

1996 wurden 24 Rodungen von je einem halben Hektar Grösse angelegt. Für acht davon fällten Snook und ihr Team die Bäume manuell und liessen die Baumstümpfe stehen. Acht weitere Flächen wurden mit Bulldozern gerodet, acht mittels der traditionellen Brandrodung. Die gefällten Bäume liess man zuerst trocknen und verbrannte sie danach - die traditionelle Methode, um Land für den Ackerbau urbar zu machen.

Auf den freigewordenen Flächen pflanzte man darauf Mahagonisamen und -setzlinge an. Die wertvollste aller Baumarten musste sich auf dem frisch gerodeten Land behaupten und sollte zugleich zeigen, unter welchen Umständen sie am besten gedeiht. «Auf den Brandrodungs-Flächen gedieh der Mahagoni am besten», sagt Snook. «Am Interessantesten ist aber, dass zehn Jahre nach der Rodung auch viele andere wertvolle Arten gediehen.» Auf den manuell gerodeten Flächen war mehr als die Hälfte der Fläche von kommerziell nicht verwertbaren Arten besiedelt. Wo man mit Bulldozern oder Feuer gerodet hatte, betrug der Anteil der wertvollen Bäume 60 Prozent. Auf den ersten Blick ein Gleichstand - trotzdem zeigte sich das Feuer der Maschine überlegen: Die grössten zehn Prozent der Bäume auf der Brandrodungs-Fläche waren wesentlich höher und mächtiger als auf dem Bulldozer-Vergleichsgelände.

Gegenüber der maschinellen Rodung bringt die Brandrodung vor allem zwei Vorteile: Die Asche enthält viele Nährstoffe, was den Setzlingen ein rasches Wachstum erlaubt. Zudem erleichtert die Artenvielfalt nach der Rodung die kommerzielle Verwertung: Nicht nur eine, sondern mehrere Holzarten können geerntet und verkauft werden. Wenn Snook auch darauf hinweist, dass ihre Forschungsergebnisse nur eine Momentaufnahme und damit nicht absolut sind, hofft sie doch, dass die Brandrodung in Zukunft wieder vermehrt erlaubt wird: «Die Brandrodung leistet einen wichtigen Beitrag, damit wertvolle Hölzer auch in Zukunft geerntet werden können. Ich hoffe, dass die Regierungen ihre Haltung überdenken.»

Schweizer Holzzeitung 2012
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