Brennstoffe

20.04.2011 Thomas Müller

«Aufruf von Genf»

Eine CO2-arme Energieversorgung ist realisierbar und finanziell tragbar – dies zeigt der «Aufruf von Genf» anlässlich der World Engineers‘ Convention (WEC) 2011. Ingenieure aus aller Welt sind aufgerufen, die Thesen zu diskutieren.

Bild: zvg
Der Nationalrat Ruedi Noser meint, dass Europa seine Energieversorgung autonom umstellen könnte.

«Ingenieure stellen der Weltbevölkerung jene Technologie zur Verfügung, die es allen
ermöglichen soll, die immer knapper werdenden Ressourcen optimal zu nutzen. Das heisst
aber auch: Ingenieurwissenschaft darf nicht im stillen Planungsbüro stattfinden. Ingenieure
müssen sich in die politische Diskussion einbringen», betont Doris Leuthard, Schweizer
Bundesrätin und Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr,
Energie und Kommunikation. Diese Haltung vertreten auch die Organisatoren der World
Engineers‘ Convention (WEC) 2011 und lancieren mit dem «Aufruf von Genf» eine weltweite
Diskussion. Der Aufruf nimmt Stellung zu brennenden Fragen wie: Haben die Ingenieure die
technischen Lösungen bereit, um alle Menschen mit Energie zu versorgen, ohne die
Klimaerwärmung weiter zu verstärken? Ist die Umsetzung einer CO2-armen
Energieversorgung realisierbar und finanziell tragbar?
«Europa könnte seine Energieversorgung autonom umstellen, ohne dabei einen
Wettbewerbsnachteil in Kauf zu nehmen», fasst Ruedi Noser, Präsident der WEC 2011 und
Schweizer Nationalrat, eine der Schlussfolgerungen des Aufrufs zusammen. Wie sich die
Situation in anderen Regionen wie China oder in den USA präsentiert, ist unter anderem Teil
der Diskussion im Blog auf http://www.wec2011.org. Die Beiträge fliessen in eine Deklaration
ein, die an der WEC 2011 verabschiedet wird.
In Genf werden vom 4. bis 9. September über 2000 Ingenieure und Forscher sowie Vertreter
aus Politik und Wirtschaft aus rund 100 Nationen unter dem Titel «Engineers Power the
World – Facing the Global Energy Challenge» Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft
diskutieren.

Schweizer Holzzeitung 2012
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